An Härter kommt man nicht vorbei

Initiative „Hochform“ ist zum Austausch zu Gast bei Härter in Stein

„An uns kommt man einfach nicht vorbei“, sagte Martin Härter nicht ganz ohne Stolz. Was der Geschäftsführer der Firma „Härter“ in Stein damit meinte, wird ersichtlich, wenn man sich die Bandbreite an unterschiedlichen Produkten ansieht, die das Familienunternehmen herstellt: Aluminiumplatten für Steckdosen, Flügelmuttern für Schränke, Airbagsysteme und Getriebesteuerungen für Autos, Halterungen für Anschnallgurte, Kassetten für Blutzuckermessgeräte und Sägeblätter für Knochensägen sind nur ein paar Beispiele. In regelmäßigen Abständen bringt das „Hochform“-Clustermanagement Unternehmen aus dem Bereich der Präzisionstechnik, Metallverarbeitung, Dental- und Medizintechnik zusammen.

Es geht dabei ums Kennenlernen, um den Austausch. Dieses Mal waren rund 20 Firmenvertreter bei „Härter“ in Stein zu Gast. Auch Pforzheims Oberbürgermeister Gert Hager, Landrat Karl Röckinger, der Geschäftsführer der „Wirtschaftsförderung Zukunftsregion Nordschwarzwald“ Jochen Protzer und Königsbach-Steins Bürgermeister Heiko Genthner sind gekommen. Hager betonte, wie wichtig der Wettbewerb sei. Es stimme schon, dass er das Geschäft belebe. Nur wenn es genug Druck am Markt gebe, könne sich ein Unternehmen erfolgreich weiterentwickeln. Aktuell hätten viele Firmen Probleme damit, ausreichend Fachkräfte zu finden, so der OB. Er führte dies vor allem auf die niedrige Arbeitslosenquote und die demographische Entwicklung zurück. Daher müsse alles getan werden, um möglichst alle Menschen auszubilden, so Hager. Die betriebliche Ausbildung spiele in seinem Unternehmen schon immer eine große Rolle, erklärte Geschäftsführer Martin Härter. Aktuell hat das Unternehmen rund 70 Auszubildende. An vier Standorten weltweit beschäftigt Härter rund 1500 Mitarbeiter, davon rund 950 alleine in Stein, wo das 1964 in Ispringen gegründete Familienunternehmen seit 1977 seinen Stammsitz hat. Mittlerweile gehört Härter zu den führenden Herstellern von Werkzeugen, Stanzteilen und Metall-Kunststoff-Komponenten.

In mehreren Hallen laufen in Stein auf einer Produktionsfläche von rund 60 000 Quadratmetern Hunderte Maschinen. Allein 30 Erodiermaschinen gibt es, und rund 90 Stanzmaschinen. Die meisten Kunden hat das Unternehmen zwar in der Automobilindustrie, ist aber auch im Bereich der Haus- und Medizintechnik tätig. Der Jahresumsatz liegt bei rund 200 Millionen Euro. Bei einem kurzen Rundgang durch die Produktionshallen zeigten Martin Härter und Mitarbeiter Hans-Jürgen Schüpf die Abläufe. Das Unternehmen baut für seine Kunden nicht nur Werkzeuge, sondern ist auch dazu in der Lage, in der hauseigenen Stanzerei alle Materialen zu verarbeiten, die sich stanzen lassen. Außerdem werden im Bereich der Metall-Kunststoff-Technologie mit modernen Spritzgussmaschinen und vollautomatischen Montagelinien alle gängigen Thermoplaste verarbeitet. Nach dem Rundgang gab der Leiter der Wirtschaftsförderung, Reiner Müller, noch einen kurzen Überblick über die Aktivitäten der Initiative „Hochform“. Für das geplante Zentrum für Präzisionstechnik brauche man einen strategischen und finanziellen Partner. Das solle der Enzkreis sein. Allerdings müsse der Kreistag dazu noch entsprechende Beschlüsse fassen.

Text und Foto: Nico Roller

BU: Geschäftsführer Martin Härter, OB Gert Hager, Landrat Karl Röckinger. (rol)